Heimkontrollen immer noch schwierig

 

Bundesverband Graue Panther e.V. fordert für das neue Jahr mehr und bessere Heimkontrollen zum Wohle der Bewohner.

Wenn  in der Pflege etwas schief läuft, dann sind es neben den Krankenkassen die Heimaufsichten, die ein Auge darauf haben sollten. Einmal im Jahr sollten sie kontrollieren, ob genügend Personal in den Einrichtungen ist und ob die Abläufe sauber dokumentiert sind. Und ob Fehler gemacht wurden.

Für uns gilt seit nun mehr fast 40 Jahren: „pflegebedürftige Menschen sollten die Chance haben, selbstbestimmt zu wohnen“. Und deswegen ist es wichtig, dass eine staatliche Stelle prüft, ob das auch wirklich funktioniert.

Die Realität sieht leider anders aus: Ob in Lübeck, Kiel, Göttingen, Würzburg oder ..?  Und nicht nur  beim Pflegepersonal herrscht akuter Personalmangel, es mangelt genauso ab Heimkontrolleuren!   Auch hier hat der Gesetzgeber  jahrelang weggeschaut!!

 

Zum Beispiel in Schleswig-Holstein wurde im Jahre 2017 nur jedes 2. Heim kontrolliert. Drastische Mängel in einigen Einrichtungen führten dazu, dass das wenige Personal gebunden war, so dass noch weniger Einrichtungen kontrolliert wurden.

Im Landkreis Göttingen erklärten Mitarbeiter der Heimaufsicht, dass sie nicht mehr in die Einrichtungen gehen, wenn es nur um die Genehmigung einer Erhöhung der Preise für die Bewohner geht.   Es wird nicht mehr geprüft, ob eine Kostensteigerung auch durch Leistung gerechtfertigt ist.  Bewohner bzw. deren Angehörigen bekommen einfach neue Rechnungen, oder  die andere Stelle im Landkreis zahlt.

Im Kreis Segeberg wurden 2018 von 78 Pflegeheimen nur 40 kontrolliert

          Und wenn kontrolliert wird, was sind die Mängel?

 

An erster Stelle Fachkräftemangel, gefolgt von fehlendem Küchenpersonal, technische Mängel sind in den letzten Jahren rückläufig - so eine nicht repräsentative  Umfrage. Viele Pflegeheime lassen Ihre Plätze der Kurzzeitpflege unbesetzt um ihren Fachkräftemangel zu kompensieren und einer Mängelanzeige zu entgehen.

 

Der Bundesverband Graue Panther e.V. regt deshalb an,  zu prüfen, wie weit man die Träger von Pflegeeinrichtungen gesetzlich nicht an den Kosten der Prüfung zu beteiligen kann, oder zumindest wenn Mängel festgestellt werden und damit durch eine Wiederholung der Prüfung zusätzlich Zeit der Heimkontolleure gebunden wird.  Schließlich ist eine mängelfreie Prüfung  auch ein Werbeeffekt für die Träger. Außerdem sollte überlegt werden, ob Prüfungen der Heime nicht auch unangemeldet erfolgen müssten.

Gleichzeit sollte der Gesetzgeber Pflegekonzernen  verbieten an der Börse zu spekulieren oder  als Großsponsoren von internationalen Sportevents zu agieren.

Es ist das Geld der Bewohner und sollte ausschließlich für diese und für Personal verwendet werden.

 

Göttingen, Berlin Januar 2019